Karlsson – Projekt der Abteilung Beratung Pädagogik bei Krankheit

In Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V. und der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (PHO) des UKE bieten wir langzeiterkrankten Kindern die Möglichkeit, mit Hilfe von „Karlsson“ am Unterricht ihrer Schulklasse teilzunehmen.

Die technische Umsetzung erfolgt über den Telepräsenzroboter AV1 von NO ISOLATION. Stellvertretend für das erkrankte Kind nimmt der Avatar, genannt „Karlsson“, Platz im Klassenraum und überträgt den Unterricht auf das Tablet der/des Patientin/en. Den Schulbesuch und den Kontakt zu Mitschülerinnen und Mitschülern können die erkrankten Schülerinnen und Schüler so in Ruhe von zuhause oder aus dem Krankenhaus erleben. Das Videobild wird nur einseitig von der Klasse aus übertragen, der Ton hingegen in beide Richtungen. So kann sich das erkrankte Kind aktiv beteiligen, ohne dabei gesehen zu werden. Durch Leuchtsignale am Avatar, die das abwesende Kind per App steuern kann, erfahren sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte in der Klasse, ob die/ der erkrankte Schülerin/ Schüler online ist, eine Frage stellen oder auch nur zuschauen möchte. Zudem kann das abwesende Kind den Avatar mittels der App um 360 Grad drehen und auf diese Weise selbst bestimmen, wo es hinschauen möchte.

Ziel des Projekts

„Karlsson“ ermöglicht die Re-Integration in die gewohnte, soziale Umgebung der Stammschule und der Peergroup, sodass die Patientinnen und Patienten ihre sozialen Kontakte trotz ihrer Abwesenheit aufrechterhalten können. Durch die Teilnahme am Schulunterricht in der eigenen Klasse können die erkrankten Schülerinnen und Schüler auch die aktuellen Unterrichtsthemen kennenlernen und diese in ihrem Hausunterricht oder bei der Beschulung am Krankenbett einbringen und vertiefen.

Die sozialen Kontakte zu Mitschülerinnen und Mitschülern, das Gefühl der Zugehörigkeit und das stückweise Zurückgewinnen ihres „normalen“ Alltags können eine positive Grundstimmung bei den Kindern und Jugendlichen bewirken. Das verschafft Lebensqualität und kann den Behandlungserfolg positiv beeinflussen.

Die Erfahrungen mit dem Avatar haben bereits gezeigt, dass diese Technik eine dauerhafte digitale Präsenz erzeugt, die sowohl von den Schülerinnen und Schülern als auch den Lehrkräften gut angenommen und als sehr lebensnah empfunden wird. Die Schülerinnen und Schüler gehen mit dem Avatar zudem meist so um, als sei seine/sein Nutzerin/Nutzer selbst im Raum.

Da das „Karlsson Projekt“ in enger Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V.  geführt wird, sind unsere Schülerinnen und Schüler ausschließlich Patientinnen und Patienten der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (PHO) des UKE.

Projektleitung „Karlsson“
Caroline Garmatter
Abteilung Beratung Pädagogik bei Krankheit
eMail: caroline.garmatter@bbz.hamburg.de
www.hamburg.de/bsb/bbz